Mehr als nur Unsicherheit? Was Unternehmer von 2026 erwarten können
- Markus Knauth

- 5. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Der Jahreswechsel ist traditionell ein Moment der Hoffnung. Mit ihm verbinden sich Erwartungen, Vorsätze und die leise Zuversicht, dass es „nun besser wird“.
Nach einem Jahr wie 2025, das viele Unternehmer als anstrengend, unsicher und kräftezehrend erlebt haben, richtet sich der Blick nun nach vorn: Was wird uns das Jahr 2026 einschenken – Wasser oder Wein?
Eine klare Antwort darauf gibt es nicht. Aber es lassen sich Entwicklungen erkennen, die eine Einordnung ermöglichen.
Zwischen vorsichtigem Optimismus und anhaltender Unsicherheit
Viele Unternehmen gehen mit gemischten Gefühlen in das neue Jahr. Einerseits besteht Hoffnung auf mehr Stabilität, denn Lieferketten haben sich teilweise beruhigt, Kostensteigerungen flachen ab, und in manchen Branchen ist eine leichte Belebung spürbar.
Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit hoch. Finanzierungen sind restriktiver, Investitionen werden sorgfältiger geprüft, und die Bereitschaft, Risiken einzugehen, ist spürbar gesunken. Für viele Unternehmer fühlt sich 2026 daher weniger wie ein Neuanfang an – sondern eher wie ein weiteres Jahr, in dem Umsicht und Anpassungsfähigkeit gefragt sind.
Planbarkeit wird zum entscheidenden Gut
Was viele Unternehmer 2025 schmerzlich gelernt haben: Nicht jede Entwicklung lässt sich steuern, aber auf manche kann man sich vorbereiten.
Für 2026 zeichnet sich ab, dass Planbarkeit selbst zu einem Wettbewerbsvorteil wird. Unternehmen, die ihre Kosten, Prozesse und Abhängigkeiten kennen, starten mit deutlich besseren Voraussetzungen. Wer hingegen stark von einzelnen Kunden, Personen oder äußeren Faktoren abhängig ist, bleibt anfällig.
Gerade inhabergeführte Unternehmen spüren diese Abhängigkeiten oft besonders deutlich – weil Verantwortung, Entscheidung und Risiko auf wenigen Schultern lasten.
Der Unternehmer als Stabilitätsfaktor
In unsicheren Zeiten rückt eine Wahrheit wieder stärker in den Fokus. Nicht Strukturen allein tragen ein Unternehmen – sondern die Menschen dahinter.
Viele Unternehmen haben 2025 vor allem deshalb funktioniert, weil Unternehmer Verantwortung übernommen, flexibel reagiert und persönliche Belastung in Kauf genommen haben. Doch diese Strategie hat Grenzen. 2026 wird für viele die Frage aufwerfen: "Wie lange kann und will ich diese Rolle noch allein tragen?" Diese Überlegung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck von Weitsicht.
Nachfolge und Übergabe rücken näher – auch ohne konkreten Plan
Auffällig ist, dass selbst Unternehmer, die keinen kurzfristigen Verkauf oder Rückzug planen, sich zunehmend mit dem Thema Nachfolge beschäftigen.
Nicht, weil sie sofort handeln wollen – sondern weil Unsicherheit den Blick auf die eigene Endlichkeit schärft.
2026 könnte für viele das Jahr sein, in dem:
erste Gedanken strukturiert werden
Abhängigkeiten erkannt werden
Verantwortlichkeiten hinterfragt werden
und klar wird, wie sehr das Unternehmen an einer Person hängt
Oft beginnt Nachfolge nicht mit einem Vertrag, sondern mit genau diesem inneren Prozess.
Wasser oder Wein – eine Frage der Vorbereitung
Ob 2026 eher Wasser oder Wein bereithält, wird weniger vom Markt allein entschieden. Vieles hängt davon ab, wie gut Unternehmen vorbereitet sind.
Wie klar sind die eigenen Zahlen und Strukturen?
Wie belastbar ist das Geschäftsmodell? Gibt es Spielräume – finanziell, organisatorisch, persönlich
Wie abhängig ist das Unternehmen vom Unternehmer selbst?
Wer diese Fragen nicht verdrängt, sondern bewusst angeht, erhöht die Wahrscheinlichkeit, auch in einem anspruchsvollen Jahr handlungsfähig zu bleiben.
Fazit: 2026 verlangt weniger Hoffnung – und mehr Klarheit
Das Jahr 2026 wird kein Selbstläufer. Aber es bietet Chancen für diejenigen, die bereit sind, genauer hinzusehen, Strukturen zu hinterfragen und Verantwortung neu zu denken.
Vielleicht schenkt uns 2026 nicht durchgehend Wein ein, aber es könnte ein Jahr werden, in dem Klarheit entsteht – über das eigene Unternehmen, die eigene Rolle und die nächsten notwendigen Schritte. Und oft ist genau das der Anfang von echter Zukunftsfähigkeit.
Planen Sie Ihre Nachfolgeplanung langfristig. Setzen Sie sich mit der Thematik trotz der Herausforderungen des Arbeitsalltags auseinander, denn eines ist klar: Nachfolge ist Zukunft - für Ihre Ruhestandplanung, die Arbeitsplätze Ihrer Mitarbeiter und für den Erhalt Ihres Lebenswerks.



