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Wenn Unternehmer am eigenen Gehalt sparen, ist es Zeit, über die Zukunft nachzudenken


Jeder zweite Kleinunternehmer in Deutschland verzichtet inzwischen ganz oder teilweise auf sein eigenes Gehalt, um das Unternehmen am Leben zu erhalten. Diese Zahl aus einer aktuellen Umfrage wirkt auf den ersten Blick erschreckend – für viele Unternehmer dürfte sie sich jedoch eher vertraut anfühlen.


Gerade Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen stellen sich selbst oft zuletzt in Rechnung. Mitarbeitende werden pünktlich bezahlt, Lieferanten bedient, Rechnungen beglichen. Was übrig bleibt, reicht dann häufig nicht mehr für den eigenen Unternehmerlohn.


Diese Haltung zeugt von Verantwortung. Gleichzeitig birgt sie ein erhebliches Risiko.


Das stille Warnsignal

Viele Unternehmer empfinden es fast als selbstverständlich, sich selbst zurückzunehmen. Schließlich gehört persönlicher Einsatz zum Unternehmertum dazu. Kritisch wird es jedoch dann, wenn dieser Zustand zur Dauerlösung wird.

Wer über Monate oder sogar Jahre auf sein eigenes Einkommen verzichtet, finanziert sein Unternehmen letztlich aus der eigenen privaten Lebensqualität.


Das kann kurzfristig sinnvoll sein – langfristig schwächt es jedoch sowohl den Unternehmer als auch den Betrieb.


Warum viele Unternehmer keine Finanzierung nutzen

Eine aktuelle Studie - Die WELT berichtet am heutigen Dienstag, 30.06.2026 darüber - zeigt einen interessanten Zusammenhang: Deutsche Unternehmer nehmen deutlich seltener externe Finanzierungen in Anspruch als viele ihrer europäischen Nachbarn.

Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Angst vor Verschuldung

  • Wunsch nach Unabhängigkeit

  • Sorge vor Kontrollverlust

  • Unsicherheit gegenüber Banken

  • Das Gefühl, Kredite seien ein Zeichen wirtschaftlicher Schwäche


Diese Denkweise ist tief verwurzelt. Dabei gilt in der Unternehmensführung häufig das Gegenteil: Eine klug eingesetzte Finanzierung kann Wachstum ermöglichen und Krisen überbrücken.


Die Folgen werden oft unterschätzt

Wer ständig Liquidität sichern muss, trifft Entscheidungen anders.

Investitionen werden verschoben. Maschinen werden später ersetzt. Digitalisierung bleibt liegen. Marketing wird reduziert. Neue Mitarbeiter werden nicht eingestellt.


Aus kurzfristiger Vorsicht entsteht langfristig Wettbewerbsnachteil.


Was das mit Unternehmensnachfolge zu tun hat

In meiner Beratung erlebe ich häufig, dass Unternehmer erst über ihre Nachfolge nachdenken, wenn sie sich eigentlich längst aus dem Tagesgeschäft zurückziehen möchten.


Doch genau dann treten oft dieselben Probleme auf:

  • zu geringe Ertragskraft

  • aufgeschobene Investitionen

  • hoher Modernisierungsbedarf

  • starke Abhängigkeit vom Inhaber

  • fehlende strategische Planung


Ein Nachfolger übernimmt nicht nur Gebäude oder Maschinen. Er übernimmt vor allem die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.


Wer heute notwendige Entscheidungen immer weiter verschiebt, senkt ungewollt den Wert seines Lebenswerks.


Unternehmer dürfen auch an sich selbst denken

Viele Unternehmer haben über Jahrzehnte Verantwortung übernommen – für Mitarbeitende, Kunden und ihre Familien. Dabei vergessen sie oft die wichtigste Person im Unternehmen: sich selbst.


Ein gesundes Unternehmen braucht einen gesunden Unternehmer.


Dazu gehören ausreichende Liquidität, ein angemessenes Unternehmergehalt und die Bereitschaft, Unterstützung anzunehmen, wenn sie sinnvoll ist.


Nachfolge beginnt nicht mit 65

Der größte Irrtum besteht darin, Unternehmensnachfolge als einmaliges Ereignis zu betrachten.


In Wirklichkeit beginnt sie viele Jahre vorher: Mit jeder Investitionsentscheidung. Mit jeder strategischen Weichenstellung. Mit jedem Schritt, der das Unternehmen unabhängiger vom Inhaber macht.


Wer heute sein Unternehmen stärkt, erhöht morgen seine Chancen auf eine erfolgreiche Übergabe – und schafft gleichzeitig mehr Sicherheit für sich selbst.


Mein Fazit

Der Verzicht auf das eigene Gehalt mag kurzfristig ein Zeichen von Verantwortung sein. Wird daraus jedoch ein Dauerzustand, sollte jeder Unternehmer innehalten.

Nicht, weil er versagt hat, sondern weil sein Unternehmen möglicherweise ein Signal sendet, das ernst genommen werden sollte.


Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge entsteht nicht erst beim Verkauf. Sie beginnt mit der Entscheidung, das eigene Unternehmen rechtzeitig zukunftsfähig aufzustellen.


Ihr Unternehmen ist Ihr Lebenswerk. Sorgen Sie dafür, dass es auch ohne Sie eine starke Zukunft hat.

 
 
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